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Vlasisos X. (*1930 bis +1945). Ein Junge, ein Stück Holz, ein stilles Zeichen gegen das Vergessen. Vlasisos X. war vierzehn Jahre alt, als der Krieg ihn aus seiner Heimat riss. Er lebte mit seiner Familie in einem kleinen Ort am Rande des Parnitha-Gebirges bei Athen. Sein Großvater hatte ihm das Schnitzen beigebracht – und Vlasisos schnitzte am liebsten Schildkröten: kleine, einfache Figuren aus Olivenholz, jede anders, jede still. Sie standen auf Mauern, auf Fensterbrettern, zwischen Blumen und Steinen – kleine Wächter einer Kindheit in besetzten Zeiten. Im Sommer 1944 war die Mutter schwer krank. Der Vater versteckte in den Bergen Vorräte vor den deutschen Besatzern. Als der Onkel in Athen Medikamente auftreiben konnte, musste Vlasisos sie holen. Er nahm kein Gepäck mit – nur einen geschnitzten Apfel als Geschenk und sein Messer. An einer Straßenecke im Stadtteil Neos Kosmos wurde er zusammen mit dem Onkel festgenommen, geschlagen, verschleppt. Er war ein Kind – man nannte ihn einen Dieb, den Sohn eines Partisanen. Von Athen aus kam er in das KZ-Neuengamme bei Hamburg, später in eines der Außenlager im Emsland. Dort lernte er, Hunger zu ertragen, Kälte, Gewalt, das Schweigen der Toten. Eines Tages fand er ein Stück Holz. Mit einem rostigen Nagel schnitzte er heimlich wieder eine Schildkröte – roh, unfertig, aber lebendig. Er schenkte sie einem kranken Mithäftling. „Sie passt auf dich auf“, soll er gesagt haben. Am 3. Mai 1945, kurz vor Kriegsende, wurde Vlasisos auf ein Schiff an die Ostsee gebracht – zusammen mit Tausenden anderer Häftlinge. Die Schiffe Cap Arcona, Thielbeck und Athen wurden schwer bombardiert. Mehrere, die das Feuer überlebten, wurden von Angehörigen der SS, des Volkssturms und der Hitlerjugend im Wasser erschossen oder am Strand erschlagen. Unter ihnen: der vierzehnjährige Vlasisos X. aus Attika. Sein Körper wurde leblos im nassen Strandsand liegengelassen, aber sein Symbol blieb: eine kleine Schildkröte aus Holz, Sinnbild für Beharrlichkeit, Schutz und Stille. Sie trägt ihr Haus mit sich, wohin sie auch geht. Wie das Andenken an jenen Jungen, der schnitzte, um zu bewahren, was der Krieg zerstören wollte – die Menschlichkeit..
Neue App für das Projekt
#UNBARMHERZIGKEIT
Der am Projekt mitwirkende Marco Eggert brachte seine fachlichen Kompetenzen ein, um die bislang gesammelten und bekannten Daten zu den aus Griechenland in die norddeutschen Küstenländer verschleppten Griechen und Griechinnen in eine digitale Form des Gedenkens zu überführen. Eine von ihm eigens entwickelte App ermöglicht dieses digitale Erinnern und ersetzt die bisher digital veröffentlichten Daten, indem sie diese gebündelt, strukturiert und dauerhaft zugänglich macht.
Meeting rooms
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Event spaces
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